Neue Softwareoptionen für Fendt Traktoren

Fendt Traktoren sind auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt. Damit auch ältere Modelle über die Laufzeit technisch aktuell bleiben, stellt Fendt regelmäßig Software-Updates bereit. Der weiterentwickelte Anhängerbremsassistent erhält eine Zusatzfunktion, mit der der Fahrer erstmalig den Anhänger proaktiv bremsen kann. TMS Flex ergänzt das bekannte TMS um einen weiteren kombinierten Fahrmodus. Dazu zählen zudem neue Optionen im Bereich Spurführung und Vorgewendemanagement. Im Bereich Section Control gibt es eine Verbesserung in der Fahrgassenplanung. In Nordamerika, Australien und Neuseeland unterstützt das Autonomie Basispaket nun PTx OutRun.

Weiterentwicklung des Fendt Anhängerbremsassistenten

Ein Fendt 700 Vario Gen7 mit einer roten Mulde auf einer Baustelle

Der bekannte Fendt Anhängerbremsassistent (TBA = Trailer Brake Assistant) [KH1] stabilisiert das Gespann mit einem pneumatisch gebremsten Anhänger in kritischen Situationen. Dazu erfassen Sensoren im Traktor das Schubverhalten des Anhängers und bremsen bei Bedarf den Anhänger unabhängig vom Zugfahrzeug, um den Zug gestreckt zu halten. Die Regelung ist auf ein Geschwindigkeitsband bis maximal 25 km/h ausgelegt und sorgt so für mehr Sicherheit im Gespann auf der Straße oder im kupierten Gelände.

In der weiterentwickelten Version sind nun zwei aktive Fahrmodi wählbar. Im manuellen Modus wählt der Fahrer bei Bedienung einer frei belegbaren Taste einen festen Druck von 1,6 bar. Je nach bevorzugter Bedienform kann der Fahrer die Bedienung auf ein Linearmodul, den 3L-Joystick oder auf den Multifunktionsjoystick legen. Dann steuert er den Anhängerbremsdruck über ein proportional wirkendes Bedienelement und kann mit bis zu 4,4 bar eine deutlich höhere Bremsleistung ansteuern. Diese neue Option ermöglicht zum Beispiel ein präventives Bremsen des Anhängers in hügeligen Gebieten und verhindert ein Heißlaufen der Bremsen bei langen Strecken bergab. So kann der Fahrer eines Gespanns beispielsweise bestehend aus einem Traktor mit Tieflader zum Transport eines Baggers über eine Straße mit Serpentinen den manuellen Modus wählen. Im Automatikmodus wäre der TBA permanent aktiv. Im manuellen Modus kann der Fahrer zwischen Betriebsbremse und proaktivem TBA wechseln und nutzt den TBA beispielsweise bedarfsgerecht kurz vor den Spitzkehren.

Die weiterentwickelte Version des Anhängerbremsassistent TBA wird für Neumaschinen optional angeboten. Bei bestehenden Maschinen mit TBA erfolgt ein automatisches Update. Der TBA ist für folgende Baureihen bereits verfügbar:

  • Fendt 300 Vario Gen5

  • Fendt 500 Vario Gen4

  • Fendt 600 Vario

  • Fendt 700 Vario Gen7.1

  • Fendt 800 Vario Gen5

Ein Landwirt fährt mit einem Fendt 700 Vario Gen7 Traktor und einem Anbaugerät auf der Straße.

Der Anhängerbremsassistent ist ein Bestandteil eines umfassenden Transportpakets mit zahlreichen Sicherheitsoptionen und Fahrassistenten für Fendt Traktoren. Zu diesem Paket zählen auch die verschleißfreie, hydraulische Zusatzbremse, VarioDrive, das Niedrigdrehzahlkonzept, Fendt Stability Control in den Baureihen Fendt 700 und 800 Vario, sowie seit 1980 die Fendt Reaction Lenkung mit automatischem Rückstellmoment.

Neue Generation TMS: TMS Flex

Ein Fendt 800 Vario Gen5 zieht einen Köckerling Grubber über ein Stoppelfeld

Ab Juli 2026 stattet Fendt alle Radtraktoren serienmäßig mit der neuen Generation vom Fendt Traktor-Management-System (TMS) aus. TMS Flex ergänzt die bisherigen Fahrmodi um einen kombinierten Modus. Bisher konnten Fahrerinnen und Fahrer zum einen TMS komplett deaktivieren. Dann wählen sie über den Fahrhebel das Übersetzungsverhältnis für das Getriebe und regeln die Motordrehzahl über das Fahrpedal. Dieser Modus ist aus der Anfangszeit vom TMS bekannt. Alternativ konnten sie den Fahrhebel oder das Fahrpedal für TMS aktivieren. Mit dem neuen Modus TMS Flex sind Fahrhebel und Fahrpedal nun im kombinierten Betrieb gleichzeitig für TMS aktiviert. Das heißt, Fahrer legen über das Fahrpedal oder den Fahrhebel eine Geschwindigkeit fest. Dabei können sich Fahrhebel und Fahrpedal gegenseitig übersteuern und Motordrehzahl und Getriebeübersetzung werden automatisch für einen niedrigen Kraftstoffverbrauch optimiert.

Ein Fendt 500 Vario Gen5 fährt im Gras mit einem Anhänger neben einem Fendt Katana Feldhäcksler, der den Anhänger befüllt

Die Vorteile des kombinierten Einsatzes von Fahrpedal und Fahrhebel liegen im nahtlosen Wechsel und der dadurch optimierten Leistungsnutzung. Zum Beispiel fährt die Fahrerin den Traktor per Fahrpedal auf der Straße und justiert die Geschwindigkeit für die Parallelfahrt neben dem Feldhäcksler über den Fahrhebel.

Neuer Fendt Multifunktionsjoystick mit TMS Flex

Mit dem Update erhalten die Maschinen zudem eine neue Version des Multifunktionsjoysticks. Dieser verfügt an der linken Außenseite über eine entsprechend belegte Bedientaste mit dem Icon für TMS Flex.
Die neue Funktion ist nachrüstbar für aktuelle Fendt Traktorenbaureihen.
Das Nachrüstkit ist über AGCO Parts bestellbar und umfasst den neuen Multifunktionsjoystick, die neue Fahrzeugsoftware und die Umrüstung in der Werkstatt.

Übersicht der TMS Flex-kompatiblen Fendt Baureihen

Ein grün lackierter Fendt Traktor im Grünlandeinsatz auf dem Feld

Verfügbar ab Fendt Baureihe:

  • Fendt 200 VFP Vario Gen3

  • Fendt 200 Vario Gen3

  • Fendt 300 Vario Gen4

  • Fendt 500 Vario Gen4

  • Fendt 600 Vario

  • Fendt 700 Vario Gen7

  • Fendt 800 Vario Gen5

  • Fendt 900 Vario Gen6

  • Fendt 1000 Vario Gen2

Speichern von mehreren Vorgewendelinien für ein Feld und Hindernis möglich

Eine Maschine auf einem Acker, hinter ihr eine gelbe Linie, welche den Wendekreis darstellt

Mit dem Software-Update von Juni 2026 können Fahrer mehrere Vorgewendelinien pro Fläche und Hindernis speichern und verwalten. Unterscheiden sich die Arbeitsbreiten von Grubber, Drille und Feldspritze oder Düngerstreuer, können hierfür gespeicherte Vorgewendelinien bei Bedarf erneut abgerufen werden, ohne die bestehenden Segmente zu überschreiben. Dadurch bleiben Vorgewendelinien dauerhaft verfügbar, auch wenn zwischenzeitlich andere Arbeitsgänge mit abweichenden Anforderungen an das Vorgewende durchgeführt wurden. Das spart Einrichtungszeit und sorgt für präzisere Ergebnisse auf der Fläche.

Neue Option für unregelmäßige Spur-zu-Spur-Abstände: Spurlinien Muster

Ein Fendt e100 Vario fährt durch ein Erdbeerfeld

Die neue Funktion Spurlinien Muster berechnet Spurlinien mit unregelmäßigen Spur-zu-Spur-Abständen. Dabei entscheiden Fahrerinnen und Fahrer zwischen einer definierten Anzahl von Spurlinien, Logistik- und Arbeitswege einzuplanen. Diese Funktion hat besondere Vorteile im Anbau von Sonderkulturen wie Erdbeeren oder auch im Gemüseanbau mit Logistik-, Ernte- und Lagergassen sowie Bewässerungssystemen für die temporäre Platzierung von Leitungen. Die Funktion integriert Logistik- und Arbeitswege erstmals fest in die Fendt Spurführung ohne vorgelagerte Planungsschritte direkt vom FendtONE Fahrerarbeitsplatz aus. Spurlinien Muster verbessert Arbeitsabläufe durch vereinfachte Abstimmung zwischen Maschinenarbeit, Handarbeit und Logistik, beispielsweise bei der Abdeckung mit Folie oder der Gemüseernte.

Fendt Tramline Control deckt nun auch halbe Arbeitsbreiten ab

Ein Fendt 700 Vario Gen6 mit einem Anbaugerät von Lemken nutzt Tramline Control um den Acker zu bearbeiten

Bisher ermöglichte Tramline Control Fahrgassen unabhängig von der Breite der Sämaschinen oder Pflanzenschutzspritze zu errechnen. Dafür wurde die ISOBUS-Funktion Tramline Control benötigt. Die Funktionalität wird nun mit einem Update erweitert. Mit dem Update können Tramline Control Parameter direkt auf dem Traktor angepasst werden. Damit ist Fendt einer der ersten Hersteller, der die Zertifizierung TRACK nach den Standards der AEF erfüllt. Das Update ermöglicht auch die Spurplanung mit einer halben Arbeitsbreite. Dies ist von Vorteil, wenn die Arbeitsbreite von Sämaschine und Pflanzenschutzspritze nicht abgestimmt sind.

Fendt Traktoren: Vorbereitet für autonomes Fahren

Ein Fendt IDEAL fährt neben einem Fendt 900 Vario mit OutRun Grain Cart und einem Überladewagen

Kundinnen und Kunden von Fendt Traktoren in den USA, Kanada und Australien können ab sofort das Autonomie Basispaket für Fendt Traktoren konfigurieren. Das Autonomie Basispaket umfasst eine Schnittstelle, die autonomes Fahren auf Fendt Maschinen ermöglicht, beispielsweise mit dem Nachrüstkit OutRun von PTx. PTx OutRun bietet aktuell die Anwendungsfälle Grain Cart (Überladewagen) sowie Tillage (Bodenbearbeitung) und soll kontinuierlich weiterentwickelt werden.

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Quelle: FENDT